24 Stunden Plastikfrei

Passend zu den letzten Fasttagen vor Ostern hat sich auch die graza mücke selbst auf die Probe gestellt und beschlossen zu verzichten: Ein Tag ganz ohne Plastik. Klingt leicht, die Umsetzung fiel der graza mücke aber schwerer als gedacht. Denn wie oft Plastik auch im Alltag eines Zweiflüglers vorkommt, wurde uns erst mit diesem Selbstversuch bewusst. Natürlich haben wir den Mückenflug „plastikfreier Tag“ für Euch dokumentiert und auch fotografiert. Neugierig, welche Herausforderungen sich uns gestellt haben und vor allem welche Alternativen wir gefunden haben? Na dann, hier der Reisebericht:

Guten Morgen liebe Mücke! Aufgewacht in der Baumwollbettwäsche (schon eher am Vormittag als in der Früh) startet die graza mücke gemeinsam plastikfrei in den Tag. Zugegeben: es kam uns nicht ganz ungelegen, dass weder Wecker noch Handy uns aus dem Schlaf reißen durfte und wir so ein paar mehr Stunden Ruhe bekamen.

Die ersten, noch etwas verschlafenen Schritte führten uns ins Badezimmer. Dort warteten die ersten Herausforderungen: Make-Up, Wimperntusche, Feuchtigkeitscremes und Co blieben für die graza mücke tabu. So weit so gut, aber als sich beim Griff zur Zahnbürste und Pasta herausstellte, dass auch diese nicht verwendet werden dürfen, wurde es kritischer. Nach langem für und wider fiel (zum Wohle aller)der Beschluss die Zahnbürste trotzdem zu benutzen (Übrigens, die graza mücke hat sich für euch schlau gemacht: eine plastikfreie Alternative wäre eine Holz-Zahnbürste mit Naturborsten). Hingegen war die Kleiderwahl keine Schwierigkeit. Eingekleidet von Perviva Naturtextilien fühlte sich die graza Mücke in ihren neuen T-Shirts mückenwohl (Mückentipp: ein Besuch im Laden lohnt sich).

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Wir in unseren tollen T-Shirts von Perviva Naturtextilien
© die graza mücke
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Sonnentor Produkte
© die graza mücke

Ein guter Tag beginnt mit einem leckeren Frühstück! Das gilt auch für uns Mücken. Bio-Brot vom Bäcker, Milch und Saft aus der wiederverwendbaren Glasflasche, Joghurt aus dem Pfandglasbecher, Äpfel, aber auch Schokocreme, sowie Marmelade und Tee von Sonnentor – alles was das anspruchsvolle Mückenherz begehrt, ist problemlos als plastikfreie Variante zu erhalten. Den Kaffeeliebhabern unter Euch Mücken dürfte es jedoch schwerer fallen eine Alternative zu finden. Aber auch die graza mücke ist beim Frühstück an einer Kleinigkeit gescheitert: der Kakao. Denn unter der Kartonschachtel verbarg sich ein Plastiksackerl. Also blieb der mücke nichts anderes übrig als auf ihren Schokoheißgetränk zu verzichten…

 

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© die graza mücke
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© die graza mücke

Gestärkt vom Frühstück machte sich die graza mücke an die weitere Tagesplanung (bewaffnet mit Bleistift und Collegeblock). „Einkaufen fürs Mittagessen“ stand auf dem Programm. Doch davor musste erstmal geklärt werden, was gekocht werden soll. Klar war nur, dass es möglichst schnell und einfach und vor allem nudellos sein soll (Eine Mückenbefürchtung, die sich bewahrheitete: Wer Nudeln ohne Plastiksackerl möchte, muss diese anscheinend selber machen.)

 

 

Tja, aber wenn weder Laptop noch Handy benutzt werden dürfen, um das Internet um einen Rezepttipp zu fragen, muss Mücke auf das altbewährte Kochbuch zurückgreifen.

 

Mit der Einkaufsliste für Hirserisotto mit Tomatensauce und der Tragetasche im Gepäck ging`s für die graza mücke ab in die Innenstadt und zwar mit dem Bus. Trotz Plastikarmaturen ist der Bus laut Mückenmeinung nämlich ein für Zweiflügler gut vertretbares Fortbewegungsmittel.

 

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© die graza mücke

Zweiflügler, die bewusst einkaufen, können viele Produkte auch ohne Plastikverpackungen finden. Tomatenpüree aus dem Glas, Karotten, Zwiebeln, Öl, Suppenwürze und Petersilie stellten die graza mücke daher auch vor keine große Herausforderung. Etwas schwieriger wurde es bei der Hirse, doch in einigen grazer Bio Läden kann man (ganz wie es den Mücken gefällt) Getreide, Hirse, Linsen und dergleichen auch aus offenen Säcken erstehen.

 

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© die graza mücke
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© die graza mücke

Zwischenstopp Eis Laden: Wenn die Sonne sich wieder von ihrer besten Seite zeigt und die Temperaturen wieder steigen, kann auch ein Zweiflügler der Versuchung Eis nicht widerstehen. Muss sie/er auch nicht! Die Eis-Kugel in der Waffel serviert, kann die kalte Süßigkeit plastikfrei genossen werden. (Die graza mücke war begeistert: es gab sogar Löffelchen aus Holz!)

 

 

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© die graza mücke

 

Zurück in den eigenen vier Wänden hieß es: An die Messer und Töpfe, fertig, LOS! Doch bevor das große Schnipseln und Köcheln beginnen konnte, galt es Messer ohne Plastikgriff, Bretter aus Holz und Töpfe ohne Plastikhenkel zu finden. Geschnitten wurde schließlich nur mit einem Messer und ein kleiner wurde durch einen großen Topf ersetzt. Außerdem wurde der Messbecher durch eine 0,2l Bierflöte ersetzt.

 

 

Der Nachmittag sollte etwas ruhiger werden. Ein gemütlicher Filmschau- und Musikhörnachmittag wäre ganz nach dem Geschmack der graza mücke gewesen. Doch auch DVD- und CD-Hüllen sowie Stereoanlage und Fernseher wurden für uns zur unüberwindbaren Plastikbarriere. Der geniale Einfall selbst Musik zu machen scheiterte kläglich an den Nylonsaiten der Gitarre. Aber keine Sorge, der graza mücke wurde nicht langweilig: Film wurde gegen Buch getauscht und Musik durch Tratscherei ersetzt.

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© die graza mücke

 

Da die graza mücke aber nicht ganz auf einen Film verzichten wollte, kam die Idee auf, den Tag im Kino ausklingen zu lassen. Das Kinoprogramm aus der Zeitung half bei der Filmsauwahl und schon konnten die Vorbereitungen beginnen. Welche Vorbereitungen fragt ihr Euch? Was ist schon Kino ohne Popcor und Nachos… Da Nachos aber für gewöhnlich in Plastikbehältern serviert werden, machte sich die graza mücke auf die Suche nach einer Alternative.

 

Aus viel Zeitungspapier, Zweiflüglerfaltkünsten und Büroklammern entstanden zumindest Tüten und schalenähnlich Gebilde. Um ehrlich zu sein, es waren keine Meisterwerke, aber ihren Zweck hätten sie erfüllt.

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Leckeres Essen bei Mangolds
© die graza mücke

 

Bevor der Kinoabend starten konnte, hatte die graza mücke das Vergnügen im Mangolds Zinzendorfgasse zum Essen geladen gewesen zu sein. Dem Motto des Tages dort Folge zu leisten fiel nicht gerade schwer. Die Speisekarte präsentierte sich plastikfrei und sogar die Strohhalme waren aus Papier (eindeutiger Mückenpluspunkt).

 

 

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Mangolds Zinzendorfgasse
© die graza mücke

Zu Fuß im Kino angekommen wurden die Zeitungspapierknabberzeugsbehälter ausgepackt und die graza mücke stellte sich in die Popcornschlange. Doch das Warten blieb unbelohnt: Umfüllen nicht möglich! Glasflaschen im Kino verboten! Von der Reaktion etwas enttäuscht, aber standhaft das Plastik verweigert ging´s (zumindest mit Popcorn) in den Kinosaal.

Mückenfazit: Plastik umgibt uns den ganzen Tag. Manches wird sich kaum ersetzen lassen, aber vieles kann mit ein Bisschen Bewusstsein und dem nötigen Willen vermeiden. Also, all ihr Zweiflügler da draußen, stellt euch doch mal selbst der Herausforderung und findet heraus, wie und wo Ihr euren Plastikkonsum verringern könnt!

 

Auch diesesmal bedankt sich die graza mücke bei ihren Unterstützern:

Perviva Naturtextilien
Perviva Naturtextilien

Perviva Naturtextilien (Reitschulgasse 5, 8010) für die zur Verfügung gestellten T-shirts

Mangolds (Zinzendorfgasse 30, 8010) für die Einladung zum Essen

Sonnentor (Sporgasse 10, 8010 Graz) für die zur Verfügung gestellten Produkte (Marmelade, Kekse und Tee)

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